Einen Betonboden selbst zu beschichten ist mit der richtigen Vorbereitung gut machbar – in Werkstatt, Lager und Industrie ebenso wie in Garage und Keller. Dieser Ratgeber führt Sie Schritt für Schritt durch Untergrundprüfung, Mengenplanung und Verarbeitung. Voraussetzung ist ein geeigneter, tragfähiger Untergrund; nicht jeder Beton lässt sich ohne Weiteres beschichten.
Warum überhaupt beschichten? Eine Beschichtung schützt den Betonboden vor Abnutzung, Öl, Fetten, Reifenweichmachern und Chemikalien, bindet Staub, macht die Fläche leicht zu reinigen und lässt sich rutschhemmend für mehr Trittsicherheit ausführen – das erhält den Wert Ihres Bodens. Neue Böden lassen sich ebenso beschichten wie abgenutzte Beschichtungen erneuern. Das Vorgehen ist „Do it yourself“ gut umsetzbar – Sie entscheiden, wann und wie es passt.
Direkt zu den Schritten: Untergrund prüfen · Menge planen · Beschichtung auftragen. Alle passenden Produkte finden Sie in der Kategorie Bodenbeschichtung. Für Gußasphaltböden gibt es weiter unten einen eigenen Abschnitt.
Wann sich eine Betonbodenbeschichtung eignet
Sinnvoll ist eine Beschichtung überall dort, wo der Boden beansprucht oder verschmutzt wird: in Werkstatt, Lager und Industriehalle, aber auch privat in Garage und Keller. Neue Böden beschichtet man am besten, bevor Öl, Fette oder Chemikalien einziehen – denn der relativ weiche, saugfähige Beton verliert durch solche Einwirkungen an Festigkeit. Bestehende Beschichtungen erneuert man, sobald sie durch Abrieb verschlissen sind.
Wichtig: Die Beschichtung ist kein Reparaturmaterial. Risse, Löcher und Unebenheiten werden vorher mit den passenden Reparaturprodukten ausgebessert (siehe nächster Abschnitt).
Betonboden prüfen und vorbereiten
Die Vorbereitung ist der wichtigste Schritt und entscheidet über die Haltbarkeit – planen Sie dafür die meiste Zeit ein. Der Untergrund muss sauber, trocken und tragfähig sein.
Gehen Sie in zwei Schritten vor: Schritt 1 – ausbessern und reparieren (Risse, Löcher, lose Stellen), dann Schritt 2 – grundieren und beschichten. Eine ausführliche Reparatur-Anleitung finden Sie im Ratgeber Betonboden reparieren. Je nach Boden sind folgende Schritte nötig:
| Untergrund / Problem | Was zu tun ist |
|---|---|
| Normaler tragfähiger Beton | Öl- und fettfrei reinigen, staubfrei machen (z. B. mit Bioversal BioPent). Der erste Anstrich übernimmt die Grundierfunktion. |
| Neuer Beton (Zementschleier) | Zementschleier vor dem Beschichten mit dem FM Schleierentferner entfernen – er reduziert sonst die Haftung. |
| Tausalz (häufig in Garagen) | Den Boden wässern und gründlich durchschrubben, um möglichst viel Salz auszuschwemmen. Mehr dazu: Garagenboden reparieren. |
| Risse im Boden | Mit dem flüssigen 2K-Epoxidharz-Rissfüller vergießen. Schritt-für-Schritt: Risse im Betonboden reparieren. |
| Löcher & tiefe Kratzer | Mit dem FM Epoxi Feinspachtel ausbessern; größere Schäden mit dem FM Epoxi Betonrep (Mörtel). Füllt man Löcher direkt mit der Beschichtung, bleiben sie durch die Oberflächenspannung als sichtbare Vertiefungen zurück. Schritt-für-Schritt: Löcher im Betonboden füllen. |
| Sandender / weicher Beton | Zuerst mit dem FM Epoxi Betonverfestiger festigen; beschichtet wird erst auf tragfähigem Untergrund. Mehr dazu: Betonboden sandet oder staubt. |
| Unebener Beton | Vorher mit Nivelliermasse ausgleichen. Schritt-für-Schritt: Betonboden ausgleichen. |
| Bereits beschichteter Boden | Lose Beschichtung entfernen und die verbleibende Schicht anschleifen; Haftung und Tragfähigkeit prüfen. |
| Fliesen / flügelgeglätteter Beton (innen) | Mit dem Superhaftgrund Spezial vorbehandeln. |
| Stahl / Metall | Metall zuerst mit dem Haftgrund Stahl grundieren, danach beschichten. |
Alle Mittel und Werkzeuge zur Vorbereitung finden Sie im Bereich Bodenvorbereitung Betonboden.
Welche Beschichtung passt zu Ihrer Nutzung?
Grundsätzlich empfehlen wir für Beton eine 2K-Epoxidbeschichtung – sie ist belastbar und beständig gegen die aggressiven Weichmacher von Autoreifen. Welche Ausführung passt, richtet sich nach Ihrer Nutzung:
| Angebot | Typische Nutzung | Zentrales Kaufargument |
|---|---|---|
| Garage & Keller | Private Garage mit PKW oder geeigneter Kellerboden | Beständig gegen Reifenweichmacher; passend dimensioniertes 20-m²-Angebot |
| Normal | Werkstatt, Lager und gewerbliche Betonflächen | Bereits chemisch und mechanisch belastbare Standardbeschichtung |
| Premium | Gewerbliche Flächen mit besonderem Anspruch an die Oberfläche | Spezialwachse gegen Verkratzung und Abrieb sowie mehr Pigmente |
Dazu wählen Sie die Oberfläche: glatt oder rutschhemmend. Für kleine Betontreppen und Rampen eignet sich die Einschicht-Variante (ca. 5 m², ein Anstrich). Den vollständigen Produktvergleich finden Sie auf den Kategorieseiten Betonboden-Beschichtung (glatt) und Antirutsch-Bodenbeschichtung.
Materialmenge und Anstriche planen
Die Reichweite gilt immer pro Anstrich. Da zwei Anstriche empfohlen sind, planen Sie die Fläche doppelt:
- Normal / Premium (5 l): ca. 25–30 m² je Anstrich. Für 25 m² mit zwei Anstrichen zwei Gebinde.
- Garage / Keller (5 kg): max. 20 m² je Anstrich. Eine 18-m²-Garage mit zwei Anstrichen ergibt 36 m² Anstrichfläche – also zwei Gebinde.
- Einschicht: ein Gebinde für ca. 5 m², ein Anstrich.
Die tatsächliche Reichweite hängt von der Saugfähigkeit ab: Beim ersten Anstrich auf saugendem Beton verbrauchen Sie mehr, beim zweiten Anstrich reicht das Material weiter. Planen Sie die Gebinde daher nach Fläche und Anstrichzahl – nicht pauschal „ein Gebinde pro Schicht“.
Epoxidharz richtig portionieren und mischen
Rühren Sie zunächst die Komponente A (Harz mit den Pigmenten) gut durch, damit sich abgesetzte Pigmente wieder gleichmäßig verteilen. Sie können das Produkt komplett oder portionsweise anmischen – wiegen bzw. messen Sie Harz und Härter dann genau nach der jeweiligen Produktanleitung ab.
Beim Rutschgranulat unterscheidet sich die Reihenfolge je nach Produkt: Bei Normal/Premium Antirutsch ist das Granulat bereits im Harz und wird nur aufgerührt; bei Garage/Keller Antirutsch wird das beigepackte Granulat zuerst ins Harz eingequirlt und erst danach der Härter zugegeben; bei der Einschicht streuen Sie das Granulat in die noch nasse Beschichtung ein.
Wichtig: Einmal angemischtes Material muss innerhalb der Verarbeitungszeit verbraucht werden und lässt sich nicht für den zweiten Anstrich aufheben. Mischungsverhältnisse und Zeiten gelten immer produktbezogen – übertragen Sie sie nicht von einem Produkt auf ein anderes.
Beschichtung auftragen und aushärten lassen
Der Auftrag ist unkompliziert. Dafür brauchen Sie klassische Werkzeuge:
- Mittelflorige Nylonrolle (Lammfellrolle), ca. 25 cm – keine Schaumstoffrolle
- Passender Rollbügel und Teleskopstiel
- Rührstab oder Quirl für die Bohrmaschine
- Farbwanne, Pinsel für Ecken und Kanten
- Nitril-Handschuhe, Abklebeband
Die Topfzeit (Verarbeitungszeit nach dem Anmischen) steht in der jeweiligen Produktanleitung und verkürzt sich mit steigender Temperatur. Verarbeiten Sie nicht unter 10 °C Boden- oder Umgebungstemperatur – dann härtet das Epoxid nicht aus. Sehr warme Tage über 25 °C sind ebenfalls ungünstig; Frühjahr und Herbst eignen sich am besten.
Rollen Sie die Beschichtung gleichmäßig auf und arbeiten Sie sie in den Untergrund ein; Ecken und Kanten mit dem Pinsel. Kratzen Sie den Topf nicht bis in die letzte Ecke aus – schlecht durchmischtes Restmaterial kann klebrig bleiben. Abklebeband zeitnah entfernen.
Richtwerte bei ca. 15 °C: Der zweite Anstrich ist nach ca. 12 Stunden möglich, mechanisch belastbar ist der Boden nach ca. 24 Stunden, die volle chemische Beständigkeit entsteht erst nach ca. 7 Tagen. Beurteilen Sie die Aushärtung nicht allein am trockenen Aussehen. Während der Aushärtung vor Regen schützen.
Rutschhemmung, Außenbeton und Einsatzgrenzen
Rutschhemmung: Unsere Antirutsch-Beschichtungen erreichen nach Praxiserfahrung etwa R10–R11 (Normal/Premium) bzw. R13 (Einschicht). Das sind Praxiseinschätzungen ohne eigene Prüfung oder Zertifizierung. Ist eine bestimmte R-Klasse vorgeschrieben, muss diese im Einzelfall gesondert nachgewiesen werden.
Außenbeton: Auf Beton ist eine Beschichtung draußen grundsätzlich möglich, jedoch nicht UV-farbstabil – eine Vergilbung ist möglich. Eine farbstabile Außenbeschichtung sagen wir nicht zu.
Wasser & Chemikalien: Wasser von oben wird nach Praxiserfahrung vertragen; gegen Feuchtigkeit oder Wasserdruck von unten sind die Beschichtungen nicht geeignet. Gegen Öl, Benzin, Säuren und Laugen sind sie aus der Praxis beständig – aggressive Stoffe sollten zügig entfernt werden, extreme Säuren und Laugen sind nicht abgedeckt.
Häufige Fragen
Brauche ich auf normalem Beton eine Grundierung?
Auf normalem, tragfähigem Beton nicht – der erste Anstrich übernimmt die Grundierfunktion. Ausnahmen sind sandender Beton (Betonverfestiger) und glatte, dichte Untergründe wie Fliesen oder flügelgeglätteter Beton (Superhaftgrund).
Warum zwei Anstriche?
Zwei Anstriche sorgen für eine gleichmäßige Deckkraft und Schichtstärke. Die Einschicht-Variante ist bewusst für einen Anstrich auf kleinen Flächen ausgelegt.
Kann ich das Material portionieren?
Ja, Harz und Härter lassen sich vor dem Mischen genau portionieren. Bereits angemischtes Material muss jedoch verbraucht werden und kann nicht aufgehoben werden.
Wann darf ich mein Auto wieder in die Garage stellen?
Erst nach der vollständigen chemischen Aushärtung (ca. 7 Tage). Zwar ist der Boden mechanisch schon nach ca. 24 Stunden belastbar, doch die Reifenweichmacher könnten die Beschichtung vorher anlösen.
Kann ich eine bestehende Beschichtung überarbeiten?
Ja – lose Teile entfernen, die verbleibende Schicht anschleifen und Haftung sowie Tragfähigkeit prüfen. Eine pauschale Verträglichkeit mit jeder Fremdbeschichtung können wir nicht zusagen.
Kann ich Beton draußen beschichten?
Grundsätzlich ja, aber nicht UV-farbstabil (Vergilbung möglich) und nicht gegen Feuchtigkeit von unten geeignet.
Die passenden Produkte finden Sie in den Kategorien Betonboden-Beschichtung und Antirutsch-Bodenbeschichtung.
Sonderfall Gußasphalt
Dieser Abschnitt betrifft ausschließlich Gußasphaltböden. Für Beton- und Estrichböden gilt die Anleitung oben.
Warum eine Bodenbeschichtung für Gußasphaltböden?
Man trifft im industriellen Bereich recht häufig auf Gußasphaltböden. Egal ob Beton oder Gußasphalt – die Entscheidung für den Boden ist längst gefallen. Es gibt allerdings verschiedene Faktoren, die eine Beschichtung notwendig, aber auch schwierig machen:
Notwendigkeit für eine Gußasphalt-Beschichtung:
- Gußasphalt ist schwarz und erzeugt so einen Verdunkelungseffekt in der Halle.
- Je nach Belastung entsteht ein starker Abrieb, der nur schlecht entfernt werden kann.
- Der Boden ist durch seine Porosität recht saugstark und nimmt Flüssigkeiten und Chemikalien leicht auf.
Schwierigkeit für eine Gußasphalt-Beschichtung:
- Gußasphalt ist weicher als Beton, und diese „Weichheit“ verändert sich je nach Umgebungstemperatur.
- Regale sacken gerne im weichen Gußasphalt ein.
- Schwere Geräte oder Werkstücke, die – gerade im Sommer – auf den weichen Boden fallen, hinterlassen Eindrücke, die nicht von alleine weggehen.
- Gerade im Sommer gibt der Boden unter den Reifen von Gabelstaplern nach.
- Klassische Epoxidbeschichtungen sind nicht in sich flexibel und härten hart aus.
Welche Bodenbeschichtung für einen Gußasphaltboden?
Gußasphalt ist als Werkstoff im Gegensatz zu Beton für eine Beschichtung komplizierter. Klassische Epoxidbeschichtungen, die hart und ohne eigene Flexibilität aushärten, kann man zwar theoretisch auftragen. Wenn Sie dann aber im Sommer mit einem Gabelstapler darüberfahren und der Asphalt nachgibt, kommt es automatisch zu Rissen in der Beschichtung. Diese lassen den Boden nicht nur unansehnlich werden, sondern machen ihn auch wieder durchlässig für Flüssigkeiten – das Epoxid bricht einfach. Zudem hält normales Epoxid nicht ohne Weiteres auf Gußasphalt, weil Asphalt ein petrochemisches Produkt ist. Man benötigt also eine Beschichtung, die entsprechend hält und flexibel bleibt, aber genauso mit schweren Lasten befahren werden kann und chemisch resistent ist.
Framary GmbH hat hierfür ein Spezialprodukt entwickelt. Dieses Beschichtungssystem besteht aus 3 Schichten:
- Die 1. Schicht ist eine Spezialgrundierung, die auch nach der Aushärtung in sich flexibel bleibt.
- Die 2. Schicht ist ein pigmentiertes Spezial-Epoxid, das flexibel bleibt.
- Die 3. Schicht ist das gleiche pigmentierte Spezial-Epoxid, das man auch mit Antirutsch-Granulat kaufen kann.
Jede Schicht wird mit einer 25-cm-Nylon-Rolle aufgetragen und härtet über Nacht so weit aus, dass man am nächsten Tag die nächste Schicht auftragen kann. Um eine entsprechende Schichtstärke zu erhalten, darf man mit einer Dose je Schicht maximal 20 m² beschichten.
Wichtig dabei: Diese Beschichtung „heilt“ nicht den Nachteil der weichen Beschaffenheit des Gußasphaltbodens. Durch die Flexibilität entstehen aber nicht direkt Risse unter der Belastung. Unsere Beschichtung hat eine Dehnungsfähigkeit von mindestens ca. 5 mm.
Unsere Kunden fragen auch nach diesen Themen
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Bereit für Ihr Projekt? Wählen Sie die passende Oberfläche – glatt oder rutschhemmend:
Unsicher, welche Beschichtung die richtige ist?
Ob Beton, Estrich oder Gußasphalt, Garage, Werkstatt oder Industriehalle – wir beraten Sie persönlich und empfehlen das passende System für Ihren Boden. Schicken Sie uns gern ein Foto Ihres Bodens.
Telefon & WhatsApp: 06244 326 99 80 · per WhatsApp schreiben · Mo–Fr 8:00–17:00 Uhr · E-Mail: info@framary.de
